Merci
Jean - Claude Olivier
Ein Tribut an Monseur YAMAHA

J.C.O.
ist am 12.1. 2013 bei einem Verkehrsunfall unverschuldet
ums Leben gekommen- Die Rallye, TÉNÉRÉ und Motorradwelt
trauert um den so grossen, kleinen und zähen Franzosen.
-
Le Patron de YAMAHA + -
Seit
1966 spielte der
schlanke und drahtige Franzose eine erhebliche Rolle bei YAMAHA hier
in Europa
denn er war erste, der beim Importeur SONAUTO die damals noch in Kleinserie gebauten
Zweitakt Motorräder auf dem alten Kontinent vertrieb und immer populärer
machte.
YAMAHA,
vorher nur aus der Musikbranche bekannt, war nun gut 10 Jahre im Geschäft
mit motorisierten Zweirädern
und vertraute beim Importeur SONAUTO dem
damals jungen Franzosen eben genau diese Aufgabe an.
Und er war genau der Richtige!
Olivier
nutzte im Besonderen die Racing Wettbewerbe - in der Strassen Rennserie, sowie
in den immer
beliebter werdenden Offroad Wettbewerben, um die Robustheit, Leichtigkeit
und Leistungsfähigkeit
der japanischen Produktreihe bekannt und beliebt
zu machen, dabei war er immer mit als Erster
bereit sich selbst den Helm aufzusetzen
und in das Renngeschehen zu stürzen.


Immer
voll dabei, ob nun als Teamleiter, oder Fahrer: JCO

Bei einer Presentation "seiner" Motorräder
1979
war es dann soweit: Olivier hatte mit SONAUTO schon vorher an Langstrecken Offroad
Wettbewerben
teilgenommen, natürlich nur auf grossen 2 Taktern, für
den neuartigen Event, den der Abenteurer Thierry Sabine
erdacht hatte,war
nun per Münzwurf entschieden worden, die Viertakt XT 500 umzuarbeiten und
zu fordern..
...bei der ersten Rallye von Paris nach Dakar.

Die
erste einer langen Reihe von SONAUTO, die XT 500

Das
SONAUTO YAMAHA Team

Jean - Claude Olivier
von Anfang an mit dabei

v.l.
Neveu,Comte, Olivier und Picco
Der
erste Einsatz von YAMAHA bei der neuen Continent- verbindenden Rallye endete für
Olivier frühzeitig,
durch einen Sturz, der zur Folge hatte, das er die
Zielankunft von Cyril Neveu auf eben einer YAMAHA
XT 500 mit dem Arm in einer
Schlinge mitfeierte, was jedoch seinen Ergeiz im Engagement bei der Dakar
nur
noch mehr förderte. SONAUTO kehrte im darauf folgendem Jahr zurück und
unterstützte Neveu sogar
auf dem Weg zu seinem zweiten Sieg. Olivier
versuchte mit seiner eigenen Technikabteilung die Motorräder
immer besser-
efektiver und fahrbarer zu machen, was zu einer reinen Evolution in der Rallyeszene
führte.
Ab
1981 war auch der
Offroadprofi Serge Bacou von Olivier ins Team geholt worden, die XT stand nun
im blauen
neuen Werks- Design am Start und schlug sich beachtlich, die Legende
des YAMAHA Teamchefs war geboren
unter dem Pseudonym:
The "BLUE MAN"
1982
war mitunter der Erfolg der SONAUTO XT 550 bei der Paris - Dakar verantwortlich
für das immer stärker
werdenden Interesses der Käufer im Bereich
der Rallye und Enduro Reiseszene weltweit, dies war genug Grund für
YAMAHA
ein technisches und auch optisches Abbild dieser hohen und spritbepackten YAMAHA
für die Serie
zu konzepieren, die erste TÉNÉRÉ,
die es ohne Oliviers Einsatz nie gegeben hätte.
Die Erfolgsgeschichte der XT 600Z ist uns ja nun bestens bekannt.

Die SONAUTO XT 550 1982

Die
erste TÉNÉRÉ war geboren 1983
- dieses Bild zeigt sie
noch mit XT 550 Rahmen und ohne den markanten Schriftzug
1983
wurde die neue Serien Superenduro mit dem schönen Namen dann vorab der Serienauslieferung
für
den Dakar Einsatz modifiziert, blieb jedoch der Serie sehr nah. Olivier war sich
der Qualitäten der
TÉNÉRÉ sehr wohl bewusst und
so stand er neben Merel,
Mingels, Bacou und Lou mit am Start in Paris.
Ab
diesem Jahr war er immer wieder mit dabei, in den darauf folgenden Jahren und
blieb stets unermüdlich
das Beste aus den ihn zur Verfügung gestellten
Motorrädern zu holen, denn er wollte unbedingt mit YAMAHA siegen.

1983 mit Merel und der neuen TÉNÉRÉ

Oben und unten JCO 1984

Natürlich
beschränkte sich sein Einsatz und Ehrgeiz nicht nur auf die Dakar Rallye,
auch in anderen Wettbewerben,
wie in der Grand Prix Serie führte er das
SONAUTO Team zu grossen Erfolgen
und leistete in der Entwicklung
noch Wegweisendes, wie zum Beispiel in der
Umsetzung der nächsten TÉNÉRÉ (1VJ) und der V MAX.

SONAUTO in der GRAND PRIX SERIE

Olivier auf der V MAX
Aber
die Rallye blieb einfach sein Lieblingskind, in diesem Wettbewerb war er der grosse
Macher.
1985 war aufgrund der
sehr erfolgreichen Bemühungen im Rallyesport und im Besonderen
beim prominentesten
Event dieses Genres, der Paris Dakar, YAMAHA nun bereit auch auf offizieller Ebene
die bisher von Olivier in Eigenregie geführten Entwicklungen aus Japan zu
unterstützen/ übernehmen.
JC Olivier konnte von nun auf echtes Werksmaterial
setzen, wie Rahmen, Motoren und Fahrwerkskomponenten.
UNEINGESCHRÄNKT
Er belohnte diese Entscheidung mit dem hervorragenden zweiten Platz hinter Rahiers BMW

Die erfolgreichste luftgekühlte TÉNÉRÉ ...

... auf dem Weg zum 2´ten Platz

Jean - Claude Olivier auf dem Podium 85
Aber
der echte Erfolg mit einem Sieg fehlte, so grübelte Olivier darüber
nach, wie er die PS starke und
schnelle Zweizylinder BMW schlagen könnte,
ein potenter Zweizylinder Motor war bei YAMAHA
noch nicht verfügbar-
denn der Topspeed des Einzylinders konnte mit dem Boxer nicht mithalten. Der Plan
war
klar, einen stärkeren potenteren Motor in ein Offroad Fahrgestell
zu implantieren- der Vierzylinder Motor der
FZ 750 bot sich an und JCO orderte
aus Japan Motoren für die anfallenden Tests.
Um den Motor musste nun ein
stabiler, aber doch noch leichter Rahmen gebaut
werden, mit anständigen Federelementen und Bremsen, die
das Gewicht des
4 Zylinders kompensieren konnten.
Die FZT 750 war reine Chefsache, nur für Olivier gebaut, denn keiner traute sich an dieses Monster.

JCO auf Probefahrt mit Vierzylinder FZ Motor

Das Monster

Bei der Pharaonen Rallye in der Wartung
Aber
die ersehnte Erfolgsaussicht nahm bei der Pharaonen Rallye 1985 ein plötzliches
Ende, als der etwas
unterdimensionierte Rahmen im Bereich des Lenkkopfes nach
einem Sprung einfach abbrach und die FZT
ihren Piloten unsanft über den
Lenker katapultierte- zwei Schienen und Wadenbeinbrüche waren das Ergebnis.
Aber
der "Blue Man" wäre nicht der, der er ist, wenn er sich davon schrecken
lassen würde, denn JCO bekam
kurz nach dem Unfall direkt aus Japan ein
Überraschungspaket, in Form eines Rahmens, dem ein Spruch seines
"Väterlichen
Freundes" im Hauptwerk beilag: "Hier ein robuster und leichter Rahmen
für dein Extra- Projekt,
wir wollen nämlich nicht für deinen
Tod verantwortlich sein".
So
ging Olivier kaum genesen mit dem neuen aufsehenerregendem Monster 1986 in Paris
wieder an den Start, was es
an Kondition
und unerbittlichen Willen gekostet hat dieses fast 290 kg schwere Gerät durch
die Wüstengebiete
in Africa zu wuchten, kann man gar nicht hoch genug
würdigen- eine enorme sportliche Leistung...
1986-
Ein grosser Schock war der Tod Thierry Sabines bei der 86ér
Dakar, verband die beiden doch erheblich
mehr, als nur der sportliche Wettbewerb-
Olivier verlor mit Sabine einen Gleichgesinnten, einen guten Freund.

Zwei
Männer, die mehr verband als nur der Wettbewerb
- Freunde, Thierry Sabine und Jean - Claude Olivier 1986
1987
wiederholte er diese Traktion nochmal
mit einer aufgebohrten FZT 920, dabei leistete ihm sein
langjähriger
Gefährte Serge Bacou noch Gesellschaft mit einer zweiten Vierzylinder FZT.

J.C. Olivier mit seinem gestrippten "Sondermodell"

Die FZT 750 mit 94 PS in der Wüste unterwegs

Wehe, wenn sie mal fällt, die "erste" SUPER TÉNÉRÉ

Das Monster beim Check

Olivier auf der Vierzylinder FZT 920 1987
Doch
der Sieg blieb für das "BLAUE TEAM" trotz der enormen Bemühungen
aus Frankreich weiterhin aus.
1988
griff
YAMAHA mit dem spektakulären wassegekühlten 750 ér Einzylinder
YZE auf höchster Ebene an.
Drei Werksteams gab es und Olivier, der
Mann mit der Startnummer 80 beschwatzte einen seiner besten Freunde,
den Enduro
Weltmeister André Malherbe doch nach so viel gewonnenen Events im Offroadsport
einmal die grösste
und härteste Herausforderung anzunehmen- die
Rallye Paris - Dakar eben.
Leider
verunglückte Malherbe dabei schwer und brach sich beim Sturz, nach dem Überspringen
einer Düne das Genick.
Olivier, der als Erster an der Unfallstelle ankam
beatmete den verletzten Malherbe und zündete schließlich dessen
Werksmotorrad
nach dem Fluten der Tanks an, um dem Rettungshubschrauber die genaue Position
anzuzeigen.
Auf
Malherbes ausdrücklichen Wunsch hin, fuhr Olivier die Rallye zu Ende mit
knirschenden Zähnen und Tränen
in den Augen, denn der Arzt bestätigte eine Querschnittslähmung .

SONAUTO TEAM 1988

JCO 1988 auf der YZE 750 TÉNÉRÉ

Olivier 1989 an der Unfallstelle Malherbes des Vorjahres
Danach
hatte Olivier erstmal die Nase voll vom Abenteuer Paris Dakar in Bezug auf sich
selbst, er war aber
weiterhin für das Team an höchster Stelle verantwortlich
und entdeckte auch das Jungtalent Stephane Peterhansel,
den er von 1987
an förderte und die Teilnahme für YAMAHA an diversen internationalen
Offroadwettbewerben
ermöglichte, was zu so manchen Enduro Weltmeister
Titel führte. Eine Erfolgsbeziehung, die aber darüber hinaus ging.
Sogar
seine heissgeliebte und auf ihn selbst reservierte Startnummer 80 überließ
er Peterhansel gerne.
Eine
sehr intensive Vater- Sohn ähnliche Beziehung reifte über die Jahre
hinweg und mit Stephane erreichte er schließlich
auch endlich 1991
das Ziel, die Paris Dakar mit YAMAHA zu gewinnen. Wiedermal hatte er in
Eigenregie den aus Japan gelieferten Rahmen der Zweizylinder YZE 750 T mit 800
ccm nur als Vorlage genutzt um diesen gegen einen leichteren
wendigeren des
Schweißkünstlers Chevalier modifiziert und verbessert nachbauen zu
lassen. Der Siegeszug mit der "SUPER TÉNÉRÉ" begann
und brachte insgesamt 6 phenomenale Siege bei der Dakar, sowie bei anderen Langstreckenrallyes.
1992
löste sich YAMAHA vom Importeur SONAUTO und YAMAHA MOTOR FRANCE wurde gegründet,
dessen
Präsident natürlich Jean - Claude Olivier hieß - die Früchte
seiner langjährigen harten Arbeit, in jeder Weise.
Monseur Präsident Olivier konnte es natürlich noch nicht lassen selbst
die YZE im Rallyesport zu bewegen -
Ein
Ausgleich für den langatmigen Schreibtischjob, wobei er im Jahr 1995
zusammen mit seinem Schützling
Stephane gemeinsam ein letztes Mal mit
50 Jahren die Herausforderung Paris Dakar annahm, er aber nach
einem schweren
Sturz, wobei er sich u. A. das Schlüsselbein brach ausschied- das war seine
wirklich letzte Dakar,
aber nur als Fahrer, Teamchef blieb er und unterstützte,
trotz Einstellung der Serien XTZ 750 SUPER TÉNÉRÉ
weiterhin
jegliche Rallyeteilnahme mit YAMAHA, obwohl das Regelement immer schwieriger auszutricksen
war.
So
dürften z.B. keine reinen superteuren Werksprototypen ab 1995 mehr eingesetzt
werden, die echten Superbikes YZE 850 T
wurden durch die in Kleinserie hergestellte
XTZ 850 R/ TRX ersetzt, die auch für den Privatier erwerbbar gemacht wurde.
Nur
durch die Erteilung einer Sondergenehmigung ließ die Dakar Organisation
1998 die grosse YAMAHA noch einmal
auf der Rallyeweltbühne auftreten,
pilotiert von Peterhansel, gejagt von BMW und KTM Einzylindern- die Blaue Französin
siegte ein letztes Mal, Olivier war am Ende seines Paris Dakar Abenteuers-
er kam, sah, siegte und ging aus der Szene.

SONAUTO TEAM 1990: Peterhansel, Picard und Neveu

SONAUTO TEAM 1991: Picard, Peterhansel, Magnaldi und JCO

Oliviers YZE im XTZ 750 Look bei der Pharaonenrallye 92

JCO bei der Pharaonenrallye in Action

Olivier
im Motor France Fahrerlager 1995 bei der "Dakar"
neben ihm am Start,
sein Schützling Stephane Peterhansel

Das Ende einer "Dienstfahrt" 1995- schwerer Sturz
2004
kehrte
YAMAHA und Olivier erstaunlicher weise zurück zur Paris - Dakar, auf Basis
der WR 450 konstruierte
sein Team von MOTOR FRANCE eine wüstentaugliche
Langstrecken WR, pilotiert vom neuen Endurotalent David Frétigné.
Im
ersten Jahr wurde sogar eine WR mit dem spektakulären Allradantrieb verwendet,
es blieb das einzige Jahr.
Der Meister und sein neustes Werk

Das MOTOR FRANCE TEAM

Die Dakar WR 450 AWD

Erfolg auf dem Treppchen nach sechs Jahren Abwesenheit
Ab
diesem Jahr trat wieder regelmässig eine YAMAHA Enduro aus Frankreich den
Weg nach Dakar an, er unterstützte
auch den ehemaligen Dakar Organisator
H. Auriol, bei der Verwirklichung eine echt originale Paris - Dakar zu schaffen,
die
HEROE´S LEGEND bei der nur auf alten betagten Enduros an den Start gegangen
werden kann, wie mit der XT 500.
J. C. O. feierte Erfolge mit Valentiono
Rossi in der Moto GP und in anderen Serien, z.B. half er Peterhansel im Laufe
der
Zeit mit YAMAHA alle Hubraum Weltmeisterschaften im Endurosport zu gewinnen.
Er nahm auch selber immer wieder
auf WR Modellen an so machem Enduro Wettbewerb
teil. Nach einem schweren Unfall beim PARA GLIDEING 2008,
wobei
er erhebliche und folgenschwere Verletzungen an der rechten Hand elitt,
zog sich Olivier mehr und mehr zurück.

J.C. Olivier mit Valentino Rossi im Moto GP Sport

Mit
Hubert Auriol, zur Unterstützung der "HEROE´S LEGEND",
deiner
Neuauflage des alten Paris Dakar Gedankens- auf alten Eisen
2010
war
es im Februar soweit, Olivier hatte das 65´te Lebensjahr erreicht und eine
sensationelle Karriere
hinter sich, der Nachfolger stand fest und so nahm Monseur
Le Präsident im Februar seinen Hut um in den
verdienten Ruhestand zu
gehen- natürlich nicht ohne einen gebührenden Abschied von YAMAHA in
Szene gesetzt:
Sie
kamen Alle, die ehemaligen und aktuellen Stars die YAMAHA Wettbewerbs- Legenden,
die ihrem Patron einen
würdigen Abschied bescheren wollten, und sie kamen
so, wie er es am Liebsten hatte, in ihren Rennanzügen.
65 Jahre J. C. O. - Übergabe an den "Nachfolger" Eric de Seynes


Zum
Abschied: Legenden unter sich:

Olivier
mit Serge Bacou in den original Werksanzügen von damals

Dakar Stars von Gestern & Heute: Frétigné, Picard und Bacou

Olivier mit seinem Lieblingsschützling Stephane Peterhansel

Das Abschiedsbild neben der neuen SUPER TÉNÉRÉ
Eine
Ära ging zu Ende,
eine, die für uns sehr wichtig war- ohne ihn hätten wir wahrscheinlich
andere Hobbys,
und wir hätten uns alle nie kennen und schätzen gelernt,
denn er hat die TÉNÉRÉ geschaffen, publiziert und mit
modellgepflegt, die Paris Dakar Rallye wäre wohl auch nie so publik geworden
ohne ihn und seine blauen Schönheiten.
Er war sich selbst persönlich nie zu Schade Alles zu geben, schließlich
nahm er selbst neun mal an diesem grössten
und härtesten Rallye-
Event teil, opferte Zeit, Schweiß, Blut und Tränen für unseren
und seinen Lieblinssport.
Seit
1987 ist die Rallye natürlich nicht mehr das, was sie früher mal war,
ein Event für wirklich Eiserne, heute reisen
die Superstars mit extra
Flugzeugen an, haben ihren eigenen Masseur, Pressesprecher, Friseur und vieles
mehr ...
... dagegen wirken die Stars von einst wirklich wie Dinosaurier, die aber den Urgedanken von Sabine verkörpern.
Legenden
wie er haben diesen Sport erst so gross gemacht,
was er für YAMAHA
bewirkt und erreicht hat,
bleibt unermesslich.
Jean
- Claude Olivier hielt bei MOTOR FRANCE die gesamte YAMAHA DAKAR Flotte in Ehren,
jedes einzelne
Modell von 1979 an stand dort im Showroom, in einem Extraraum
bewahrte er die Rennanzüge, Helme
und Stiefel jedes Einsatzes auf, er
lebte die Tradition und bewahrte die YAMAHA Dakar Geschichte auf.
Er opferte damals gerne seine Zeit, um uns seine "Schätze" in den YAMAHA Hallen bei Paris zeigen zu können.

Peterhansel
sagte einmal, das die Motorräder da wohl nur noch so lange ständen,
bis Olivier ausscheiden würde.
Er hatte Recht, denn wie ja schon zu sehen
war werden die YAMAHA Werksmotorräder mitlerweile abverkauft.
Deshalb
scheint es auch irgendwie wegweisend, das ein David Frétigné und
andere YAMAHA Werksfahrer für die Dakar 2011
das MOTOR FRANCE Team verlassen haben und zu BMW gewechselt sind, ohne Olivier
scheint dieser Weg ein Anderer zu sein.
Doch auch nach seiner Pensionierung besuchte so manchen Sport Events- seine Szene.
Er war und blieb ein Besessener des Motorsports- doch so liebte und schätzte
man ihn.

Es
war einer der grössten Momente in meinem Leben, ihn kennengelernt zu haben,
er war sehr freundlich, interessiert und aufgeschlossen zu uns TÉNÉRÉ
"Touristen", er zögerte nicht einen
Moment seine echten Dakar TÉNÉRÉ´s nach Mothern schaffen
zu lassen, als wir ihn darum baten.
Leider fehlte er selbst aufgrund seiner Verletzungen, aber er ließ sich
ausführlich berichten,
dies bestätigte mir sein dort eingesetzter Verantwortlicher, wie toll es
war beim TÉNÉRÉ Legend Treffen.
Er
gerade dabei sich auf sein neues Leben nach YAMAHA einzustellen, wollte Zeit
haben für seine
Frau, Kinder und Enkelkinder- ein neuer Lebensabschnitt sollte es sein.
Doch es sollte leider ganz anders kommen.
JEAN - CLAUDE OLIVIER + 12.1. 2013

Der Unfallort auf der A1 bei Paris im
Bild festgehalten
Der
12. Januar 2013 war ein schwarzer Tag für die Motorrad Rallyeszene
und uns TÉNÉRisten: JEAN - CLAUDE OLIVIER, der Vater der TÉNÉRÉ
ist am Morgen bei einem Autounfall unverschuldet ums Leben gekommen.
Ein
LKW Fahrer, der eingeschlafen war, verlor auf einer Autobahn bei Paris die Gewalt
über das Fahrzeug
und schleuderte über drei Spuren in den Gegenverkehr, wobei er das Auto
von Olivier und
seiner Tochter frontal traf, Olivier erlag seinen Verletzungen- seine Tochter
wurde nur leicht verletzt.
"Acht
mal hatte er an dem härtesten Motorsportevent dieses Planeten teilgenommen
-
Der Rallye Paris - Dakar und dann wird er von einem LKW Fahrer im Privat PKW
getötet"
Er
war einer von uns und ich kann im Moment gar keine Worte finden,
um diesen grossen Verlust zu beschreiben- er liebte das Leben- er lebte es EXTREM
und hatte einen unheimlichen Ehrgeiz in Allem, was er tat und begeisterte mit
seinem Schaffen unsere Generation mit, uns TÉNÉRisten.
Ich hätte ihn zu gerne zum 30´ten Geburtstag der TÉNÉRÉ eingeladen um ihm seine Jungs zu zeigen...
Leider
war ihm kein langer Ruhestand vergönnt, aber ich und wir werden
ihn nicht vergessen -

Einer von uns !!!
Adieu Monsieur Le Patron de Paris Dakar


"Meine Welt ist auf jeden Fall nicht mehr die Selbe, seit dem ich weiss, das er nicht mehr in ihr lebt"
Text und Fotos Ingo Löchert 2013