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Ich
kenne eigentlich niemanden, der so viel tiefgreifende Umbauaktionen an
seiner TÉNÉRÉ im Laufe der Jahre vorgenommen hat,wie
MIGA.
Das Objekt tausender Veränderungen ist eine XT 600 Z TÉNÉRÉ
Typ 1VJ Baujahr
1986, dass dieses Motorrad nicht schon unter den enormen Bohrungen, Befeilungen,
Lackierungen und anderen Arbeiten zusammengebrochen ist, kann nur auf
die Tatsache zurückzuführen sein, dass alle diese Umbauten unter
größter Sorgfalt und fachlicher Kompetenz ausgeführt wurden.
Kein Wunder,
denn MIGA ist Zweiradmechaniker-Meister und war jahrelang bei
YAMAHA Werkstattleiter.
Er versuchte stets das Unmögliche, baute z.B. die Aluschwinge der
ersten Modelle so um, dass Diese sogar in die 1VJ passt, eine 660 XTZ
Schwinge führt dafür heute das Hinterrad.
Viele andere Umbauten, wie die Veredelung div. XT, XTZ 750 und TT Modelle
waren ebenso seine
dankbaren Objekte und ernteten viel Aufmerksamkeit, wo immer sie auftauchten.
Doch gerade
unter den Augen der kritischen und fachkundigen Mitbewerber für die
jährliche Wahl zur schönsten TÉNÉRÉ auf
den gleichnamigen Treffen in Worms oder Kerzenheim konnte er die größten
Achtungserfolge erfahren.
Das einjährige Arbeiten hatte sich also wiedermal gelohnt, stand
die MIGA TÉNÉRÉ nie wie im Vorjahr auf der heiligen
Wiese.
Dann kam
die SUPER TÉNÉRÉ auf den Markt und die Leistung,
als auch die wuchtige Erscheinung der XTZ 750, oder einfach der Reiz des
Neuen siegte und so ging seine Kreativität in das neue Modell ein,
was ebenso spektakulär war, wie die Umbauten vorher.
Aber im
dunklen Keller blieb die gute alte Einzylinder TÉNÉRÉ
zurück und wartete genau zehn Jahre auf ihre Rehabilitation.
Der Wille war ja das ein oder andere Mal da, aber die angefangenen Projekte
wurden immer wieder von MIGA fallen gelassen.
Schließlich verkaufte er die edelsten Teile, die er nicht mehr zu
gebrauchen wusste Stück für Stück, Bathi bekam den Motor
(32 km auf der Uhr), ich das teure WP Federbein u.s.w.
Als MIGA
und ich am Umbau einer XTZ 750 saßen, in die wir den 850 er TRX
Motor mit 84 PS verpflanzten und die dafür nötigen tiefgreifenden
Modifikationen austüftelten, fing ich mal wieder an zu sticheln.
"Sag
mal, was ist denn eigentlich mit Deiner 1VJ, die kann ich doch eigentlich
abholen - oder"???
Die mächtige Siluette von MIGA flog wie ein Torpedo herum:
"Meine
TÉNÉRÉ ist unbezahlbar, die werde ich nie hergeben"!!!
"Aber
die steht doch nur im Keller rum und vergammelt, wenn Du so an ihr hängst
mußt Du sie wieder herrichten"
"Mach ich schon irgendwann und dann fallen
Euch allen die Augen raus !"
Doch
die Jahre gingen weiter ins Land MIGA verließ Berlin und wurde ein
höheres Tier bei Harley, seine Endurobegeisterung blieb jedoch ungebrochen.
Auf
dem schwedischen Treffen sagte er zu mir:
"Hier willst Du mal meine KTM ADVENTURE fahren?"
Natürlich fuhr ich sie, im Gelände das
Beste, was ich je unter meinem Arsch hatte, aber auf der Straße
für täglich und Urlaub, nein danke.
"Echt geil, aber Du passt nur auf ein Motorrad...."
So
ging das ein Paar Jahre lang, bis ich ihn richtig heiss hatte und er es
kaum erwarten konnte anzufangen.
MIGA sammelte edelste Teile und saß abends in seiner neuen Heimat
Salzburg am Schreibtisch und skizzierte.
Er legte seinen Urlaub so, dass er in der Berliner Garage effektiv arbeiten
konnte.
Stundenlang war ich oft dabei, half und stahl mit den Augen, auch
manche Idee konnte ich stolzer Weise unterbringen in seinem Projekt "TÉNÉRÉ
2002":
Er wollte
es mal einfach allen zeigen:
"So müsste die TÉNÉRÉ
heute aussehen und funktionieren, wenn YAMAHA weiterentwickelt hätte."
Der
Umbau zog sich endlos hin und verschlang durch MIGA´s Pedanterie
Unsummen, das könnte man noch besser machen und das.
Die von ihm verbauten Komponenten passten ja auch eigentlich gar nicht
zueinander, er nahm einfach das beste von den unterschiedlichsten Herstellern
und verstand es Diese durch spezielle Parts zu verbinden.
Er
musste ja auch immer wieder zurück nach Salzburg um seinem Job nachzugehen-nebenbei.
Doch der Ehrgeiz trieb ihn dazu fast jedes Wochenende mit dem Auto von
Östereich nach Berlin zu heizen.
Bei mir und meiner Frau war er stets ein gern gesehener Logiergast, zum
Geburtstag schenkte ich ihm noch einen bei mir rumliegenden 34 Liter Kevlartank,
den er überholen und verbessern ließ.
Was
ich in der Zeit in der kalten Garage alles lernte war schon Extraklasse.
Einen der Besten, nämlich meinen Guru beim Arbeiten zuzusehen.
Der
Termin für WORMS 2002 rückte immer näher und paralell arbeiteten
wir ja auch noch an Thostens TT 600 59 X Umbau.
Soviel wie in diesem Winter und Frühjahr 2002 habe ich noch nie geschraubt.
Aber
es lohnte sich, die MIGA TÉNÉRÉ wurde zwar est eine
Woche vorher fertig, aber funktionierte MIGA-mässig gewohnt sofort.
Die letzten Eingriffe erfuhr sie noch ein paar Stunden vor der Abfahrt
zum Treffen.
Bathi, Miga, Thorsten (kam nach), Kirschi und ich, war das ein tolles
Gefühl wieder nach so langer Zeit der MIGA Abwesenheit bei diesem
Treffen komplett einzulaufen.
Ich muss wohl nicht erwähnen, dass die Achtungserfolge für die
MIGA Tech TÉNÉRÉ enorm waren.
Ich
hoffe ich kann MIGA jedes Jahr wieder dazu bringen mit uns nach Worms
zu fahren, was anhand seines vollen Terminkalenders nicht allzu leicht
sein dürfte, er ist eben gefragt und jettet heute überall in
der Weltgeschichte für HARLEY-DAVIDSON umher.
Doch
wo er heute sonst first Class reist oder in seinem SLK von AMG sitzt,
so klettert er doch noch immer mal auf das im Grunde alte Eisen und hängt
wie wir mit knapp 130 km/h im Wind der Autobahn auf dem Weg zu den TÉNÉRÉ
Treffen.
Seine TÉNÉRÉ ist trotzdem ein grosser Teil von ihm
selbst und bleibt es wohl auch immer.
Ich bin stolz darauf ihn als sehr guten Freund zu wissen, nicht nur wegen
seines unglaublichen Wissensschatzes (erkennt sogar fast alle techn. Daten
aus dem Kopf), sondern weil er ein echter Freund ist, wie es heute nur
noch wenige gibt.
Trotz
mancher kleinen Meinungsverschiedenheit, die es ja immer und überall
mal gibt, ist unsere Freundschaft, trotz grosser Kilometerdistanz,tiefer
denn je und jeder ist, auch wenn es nicht über Motorräder geht,
für einander da.
Ich würde mit dem Fahrrad nach Salzburg fahren, wenn er mich bräuchte.
Er ist eben was ganz besonderes mein MIGA.

Hier
nun die MIGA TÉNÉRÉ in ihren
unterschiedlichsten Variationen
Historie
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| Das
Original, 1987 nur leicht verändert, 34 L Fender vorn,Rallye
Werzeugtasche statt Gepäckträger, Hand und Gabelprotektoren |
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| Schon
umlackiert im jahrelangem markanten MIGA Design 1988 |
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| Mit
Doppelkolbenzange vorne XTZ 660, TT 600 Gabel, anderen Felgen, großem
Ölkühler, XT Unterfahrschutz und Diversem |
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| ARROW
Endtopf, grösseren selbst angefertigten Alu-Exzentern für
grössere Kettenspannmöglichkeit, damit wanderte das Hinterrad
weiter nach hinten und ein 140 er MICHELIN DESERT konnte montiert
werden. |
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| MIGA
TECH TÉNÉRÉ von hinten, enorm hoch durch WP
Federbein EXTRA |
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| TT
600 59X Gabel , schwarz emailiertem Leistungskrümmer, daneben
MIGA umgebaute XT 600 E |
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| Der
Meister und sein Werk 1996, leider nie fertig gestellt die MIGA
TECH TÉNÉRÉ mit Titan Nitrit beschichteter
TT 600 Gabel und XTZ 660 er Schwinge incl. Scheibenbremsanlage (Miga
noch mit Modellmaßen) |
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MIGA
TÉNÉRÉ 1996
Projekt
2002 |
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| Rahmen
der ehemals 1VJ vor dem Beschichten nach Modifikation |
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| Die
Laschen für die Soziusrasten, sowie jedes unbrauchbare und
überflüssige Rahmenteil ist abgeflext |
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Der
noch serienmässige XT 600 E Motor wurde auf 633 ccm aufgebohrt,
mit Spezial BYRD Nockenwelle, Titan Ventilen und Carillo Pleul veredelt
und getunt
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| Motor
im Pulver- beschichtetem Rahmen, speziell angefertigtes ÖHLINS
Federbein mit 320 mm Federweg |
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| Kettenflucht
an die XTZ 660'er Schwinge angepasst |
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| Auf
die KTM Räder gestellt- mit extrem überarbeiteter Luft
gefederter MDS Gabel |
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Das
neue Digital Cockpit der MIGA Tech |
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Das
Unpassbare passend gemacht- XTZ 660 er Schwinge und Bremssattel,
KTM Rädern mit speziellen Dreh-Teilen fixiert |
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Bremssattel
der BMW F650 mit Spezial Adapter von MIGA angepasst |
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Hydraulische
Kupplung an der TÉNÉRÉ von 1986

Der
Rohling, man beachte die Bodenfreiheit und den Radstand


34
Liter Kevlar-Tankanprobe

Speziellem
Tankverschluss mit Carbon eingepasst

Der
Motor, plus Bremzylinderschutz

LEO
VINCI Endtopf der XT 600 E speziell überarbeitet und angepasst
und endlich fertig, fürs "Erste"
wuchtige
Optik

Der
grosse Ölkühler kann bei Bedarf eifach überbrückt
werden.

Das
ist der Endzustand der MIGA TECH TÉNÉRÉ 2002/203
bis zur nächsten "Phase"


auf dem Weg nach Worms 2002

Ohne
Probleme angekommen
MIGA und seine TÉNÉRÉ

MIGA
und Thorsten, zwei meiner liebsten "Spinner"
Neue
Bilder




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